Was die Bienen uns lehren

Das Idealbild eines Staates

Posted by Julia on Monday, April 5, 2021

Bienen sind so faszinierende Wesen. Ich finde, dass sie uns zeigen, wie ein Staat eigentlich funktionieren sollte. Sie leben das Ideal und wir können eine Menge von ihnen lernen.

Wie funktioniert ein Staat bei uns?

Um das Idealbild eines Staates vor seinem inneren Auge sehen zu können, schauen wir uns zunächst einmal an, wie unser Staat überhaupt funktioniert.

Ein Staat besteht aus drei Elementen („Drei-Elemente-Lehre“): einem Staatsvolk, dem Staatsgebiet und der Staatsgewalt.1 In einer Demokratie wie bei uns geht alle Staatsgewalt vom Volk aus, die wir vor allem durch Wahlen zumindest mittelbar ausüben. Das bestimmt Art. 20 GG, der gleichzeitig auch die Organisation als sozialen Bundesstaat sowie als Republik und Rechtsstaat festlegt. Durch diese Organisation wird unser Zusammenleben geregelt und dafür gesorgt, dass wir ein geordnetes Miteinander haben. Wir fühlen uns verbunden – Als Teil eines großen Ganzen. Jeder von uns hat seinen Platz und seine Aufgabe in der Gesellschaft und im Staat.

Wie funktioniert der Bienenstaat?

Auch die Bienen leben in einem Staat. Sie verfolgen das Ziel zu überleben und haben dafür einen hochkomplexen und durchorganisierten Organismus geschaffen.

Ein Bienenvolk hat genau eine Königin. Sie ist für die Nachkommen zuständig und kann die übrigen Bewohner des Bienenstocks durch die Königinnensubstanz steuern (Pheromene, eine physiologische Droge).

Die Arbeitsbienen sind die „fleißigen Bienchen“. Sie übernehmen fast alle wichtigen Aufgaben im Bienenstock. Sie putzen, füttern die Nachkommen, bauen die Waben, erzeugen Wachs, regulieren die Temperatur im Stock, halten Wache am Stockeingang und sammeln Nektar, Wasser und Pollen, um auch die Bienen „zu Hause“ am Leben zu erhalten. Sie leben sozusagen, um zu arbeiten. Sie leben für den Organismus.

Die Drohnen (das sind die männlichen Bienen) leben einzig und allein zur Zeugung von Nachkommen. Hat eine Drohne die Königin befruchtet, stirbt sie. Die übrigen Drohnen werden von den Arbeitsbienen sozial isoliert und verstoßen. Eine Rückkehr in den Staat ist ihnen verwehrt.2

Teamplayer der Natur

Aber sie leben nicht nur für das Überleben allein. Sie leben vielmehr auch zum Erhalt unserer Natur. Sie sorgen für die florale Vermehrung, indem sie die ihr verliehene Energie zum Fliegen genau dazu einsetzen.3

Eine Biene kämpft nie für sich allein, sondern für alle. Sie ist ein echter Teamplayer. In einem Bienenstock herrscht eine Harmonie, von der wir Menschen ein ganzes Stück weit entfernt sind. Auch wenn es für uns unvorstellbar ist, so zeigen uns die Bienen, dass es einen harmonischen und gleichzeitig gut funktionierenden und strukturierten Staat geben kann. In dem jeder für jeden kämpft und seinen Platz kennt. In dem sie sich nicht nur um sich selbst, sondern um den gesamten Staat kümmern. In dem sie nicht nur Nehmen, sondern auch Geben. Und dabei blicken sie über den Tellerrand oder in unserem Fall über die Grenzen ihres Staates hinaus. Sie leben nicht nur für ihren eigenen Staat, sondern für die gesamte Natur. Sie geben nicht nur sich selbst, sondern der Natur als Ganzem. Der Natur und damit auch uns Menschen. Vielleicht sollten wir einmal darüber nachdenken, wie wir uns ein wenig in Richtung der Bienen entwickeln können. Wie wir aufhören können, nur an uns selbst zu denken und dafür an jeden von unseren Mitmenschen und unsere Natur. Jeder von uns ist Teil eines großen Ganzen. Der Mensch ist ein so kleiner Teil dieser Welt, so wie jedes andere (Lebe)wesen eben auch. Wir sollten anfangen dafür zu sorgen, weniger zu Nehmen und mehr zu Geben. Wir sollten anfangen uns darüber bewusst zu werden, dass es auch Staaten geben kann, die miteinander ein höheres Ziel verfolgen: Den Erhalt der Natur zu sichern, der auch wir angehören. Und das in einer so harmonischen Art, dass man sich selbst voll und ganz für das Leben seiner eigenen Artgenossen und anderer Lebewesen hingibt und erkennt, dass unser Leben eine viel größere Bedeutung haben kann, als nur für sich selbst zu leben.

Bist du ein Einzelkämpfer oder kämpfst du schon für jeden von uns und die Natur? Was ist dein Bild von einem idealen Staat? Hast du dich schon einmal mit dieser Frage beschäftigt, dann freue ich mich sehr über einen Austausch mit Dir.


  1. Gröpl, Staatsrecht I ↩︎

  2. www.bee-careful.com ↩︎

  3. Olaf Nils Dube, Bienen und Menschen ↩︎